Neue Studie von „AutomotiveSocialMedia.de“: 60 Automobilzulieferer im Social-Media-Check

Wie nutzen deutsche Automobilzulieferer die sozialen Medien? Eine interessante Frage, auf die bislang kaum jemand Antworten oder belastbare Daten hatte. Aus diesem Grunde haben wir zu diesem Thema eine eigene Studie durchgeführt, bei der wir die 15 größten deutschen Automobilzulieferer, sowie 45 weitere Tier 1- und Tier 2-Automobilzulieferer, darunter deutsche Dependancen von ausländischen Zulieferern untersucht haben. Analysiert wurden die Kanäle Facebook, Twitter, Youtube, Xing.de, LinkedIn.com und Blogs insbesondere auf deren Aktivität.

Eine erste und positive Erkenntnis vorweg: 75 Prozent der betrachteten Automobilzulieferer betreiben – zumindest theoretisch – mindestens einen Social-Media-Kanal. Zwischen Großunternehmen/Konzernen und mittelständischen Unternehmen gibt es bereits an dieser Stelle große Unterschiede: 96,7 Prozent der großen Unternehmen (min. 500 Mio. Euro Umsatz p.a.) betreiben mindestens einen Social-Media-Auftritt. Bei den mittelständischen Unternehmen (max. 500 Mio. Euro Umsatz p.a.) sind es mit 53,3 Prozent zwar deutlich weniger, aber immerhin nutzt somit mehr als jeder zweite mittelständische Automobilzulieferer Social Media.

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"60 Automobilzulieferer im Social-Media-Check": Anzahl vorhandener Social-Media-Kanäle

„60 Automobilzulieferer im Social-Media-Check“: Anzahl vorhandener Social-Media-Kanäle

Mittelständische Automobilzulieferer wenig aktiv in den sozialen Medien

Die Einschränkung „theoretisch“ deshalb, weil die wenigsten mittelständischen Automobilzulieferer Social-Media wirklich aktiv nutzen: 76,7 Prozent haben keinen aktiven Auftritt in den betrachteten sozialen Medien. Ganz anders die großen Zulieferer: Lediglich 16,7 Prozent von ihnen haben kein aktives Social-Media-Profil. Im Umkehrschluss bedeutet das, dass 83,3 Prozent mindestens einen Social-Media-Kanal aktiv nutzen.

50 Prozent der Großunternehmen/Konzernen dürfen als Social-Media-Intensivnutzer gelten, die jeweils mindestens drei Social-Media-Kanäle aktiv nutzen. Unternehmen wie Bosch, Continental, ZF oder Mann+Hummel nutzen sowohl Facebook und Twitter, als auch Youtube, Xing, LinkedIn sowie eigene Blogs aktiv.

Bei den mittelständischen Unternehmen sind lediglich 3,3 Prozent den „Social-Media-Heavy-Usern“ zuzuordnen. Das ist jedoch keine Überraschung – verfügen viele der betrachteten Mittelständler doch über ein sehr spezialisiertes Produktportfolio mit einer ebenso spezialisierten Zielgruppe, die ein Engagement in den sozialen Medien ggf. erschwert. Andere wiederum verschenken Kommunikationspotenzial, weil sie zwar interessante Produkte und spannende Themen anbieten, diese jedoch nicht in den sozialen Medien kommunizieren.

Eine Ausnahme ist hier der mittelständische Filterspezialist Hengst Automotive. Das Unternehmen aus Münster spielt nahezu die komplette B2B-Social-Media-Klaviatur, betreibt eine erfolgreiche Facebook-Seite mit rund 4.700 Likes und durchaus hohen Interaktionsraten und erreicht über eigene Profile bei Xing und LinkedIn jeden Monat einige tausend Menschen. Der Hengst-Youtube-Kanal veröffentlicht regelmäßig interessante Videos – Produktanimationen und Imagefilme – und konnte bislang rund 20.000 Views verteilt auf 25 Videos generieren.

"60 Automobilzulieferer im Social-Media-Check": Anzahl aktiver Social-Media-Kanäle

„60 Automobilzulieferer im Social-Media-Check“: Anzahl aktiver Social-Media-Kanäle

Viele Social-Media-Kanäle liegen brach

Nur noch 40 Prozent der gesamten, von den durch die mittelständischen Automobilzulieferer angelegten Social-Media-Kanäle sind aktiv (bei den großen Automobilzulieferern sind es 75,5 Prozent). Das heißt: 60 Prozent der mittelständischen Social-Media-Auftritte liegen brach, werden offenbar nicht mehr gepflegt und stellen deshalb keine sonderlich gute Außendarstellung dar.

"60 Automobilzulieferer im Social-Media-Check": Aktive Kanäle und inaktive Kanäle, Mittelständische Automobilzulieferer

„60 Automobilzulieferer im Social-Media-Check“: Aktive Kanäle und inaktive Kanäle, Mittelständische Automobilzulieferer

"60 Automobilzulieferer im Social-Media-Check": Aktive Kanäle und inaktive Kanäle, Großunternehmen

„60 Automobilzulieferer im Social-Media-Check“: Aktive Kanäle und inaktive Kanäle, Großunternehmen

Vor allem das Social Network „Facebook“ wird immer wieder stellvertretend für Social Media genannt. Insofern darf es als Überraschung gelten, dass Facebook nur auf Rang vier (36,7%) der beliebtesten Social-Media-Kanäle deutscher Automobilzulieferer liegt. Deutlich beliebter sind Youtube, das von 58,3% (Platz 1) der betrachteten Unternehmen genutzt wird, und die beiden Karriere-Netzwerke Xing (Platz 2 mit 55,0%) und LinkedIn (Platz 3 mit 46,7%).

"60 Automobilzulieferer im Social-Media-Check": Die beliebtesten Social-Media-Kanäle

„60 Automobilzulieferer im Social-Media-Check“: Die beliebtesten Social-Media-Kanäle

Personalmarketing für große Automobilzulieferer besonders wichtig

Betrachtet man auch hier den Aktivitätsgrad, werden erneut erhebliche Unterschiede zwischen großen und mittelständischen Automobilzulieferern deutlich. Als global ausgerichtete Unternehmen nutzen 56,7 Prozent der großen Automobilzulieferer das internationale Karriere-Netzwerk LinkedIn aktiv, um sich bei (potenziellen) Mitarbeitern zu positionieren. Das deckt sich mit der teilweise beobachteten Nutzung von Facebook und Blogs, die bei großen Automobilzulieferern oftmals einen Fokus auf Karriere-Themen legen. Bosch betreibt etwa die spezielle Facebook-Seite „Bosch Karriere“, ZF und Continental Blogs zum Thema Karriere.

Lediglich 3,3 Prozent der mittelständischen Unternehmen nutzen das Karriereportal LinkedIn und nur 6,7 Prozent Xing aktiv. Eine Ansprache bestehender und neuer Mitarbeiter mittels Social Media findet bei den Mittelständlern kaum statt.

"60 Automobilzulieferer im Social-Media-Check": Vergleich, aktive Social-Media-Nutzung

„60 Automobilzulieferer im Social-Media-Check“: Vergleich, aktive Social-Media-Nutzung

Mittelständische Automobilzulieferer favorisieren Facebook

Besonders beliebt bei den Mittelständlern ist vor allem Facebook. Das Social Network wird von immerhin 20 Prozent der betrachteten Automobilzulieferer aktiv genutzt. Wahrscheinlich tragen die enorme Popularität und die einfache Bedienbarkeit zur hohen aktiven Nutzung bei. Bei den großen Automobilzulieferern wird Facebook von 46,7 Prozent aktiv genutzt.

Corporate Blogs spielen bei mittelständischen Automobilzulieferern überhaupt keine, bei den großen Zulieferern eine untergeordnete Rolle.

Hohe Reichweiten in den sozialen Netzwerken

Der Aktivitäts- und Popularitätsgrad der Marken allgemein beeinflussen die Reichweiten in den sozialen Medien. Auch hier liegen die großen Automobilzulieferer wieder deutlich vor den mittelständischen. Als Reichweitenkrösus entpuppt sich hier Facebook. Die durchschnittliche Facebook-Unternehmensseite hat über 60.000 Likes (früher „Fans“). Bei den großen Automobilzulieferern sind es im Schnitt knapp 90.000 Likes, die Mittelständler erreichen im Schnitt rund 1.400 „Fans“. Und auch LinkedIn ist reichweitenstark: Mit durchschnittlich über 33.000 Followern bei den Großunternehmen und Konzernen, sowie im Schnitt über 1.000 Followern bei den mittelständischen Unternehmen ist das internationale Karriere-Portal die zweitstärkste Social-Media-Plattform bei Automobilzulieferern. (Anmerkung: Damit sich ein repräsentatives Bild ergibt, wurden bei den Reichweiten der Großunternehmen/Konzernen der jeweils stärkste Ausreißer nach oben bei den Kanälen Facebook, Twitter und LinkedIn, sowie bei den mittelständischen Automobilzulieferern die beiden stärksten Ausreißer nach oben bei Facebook nicht berücksichtigt.)

"60 Automobilzulieferer im Social-Media-Check": Social-Media-Reichweiten

„60 Automobilzulieferer im Social-Media-Check“: Social-Media-Reichweiten

 

Zur Studie: Die Studie „60 Automobilzulieferer im Social-Media-Check“ analysiert die Social-Media-Auftritte von 60 Automobilzulieferern. Betrachtet wurden die 15 größten deutschen Automobilzulieferer, sowie 45 weitere Tier 1- und Tier 2-Automobilzulieferer, darunter deutsche Dependancen von ausländischen Zulieferern. Dabei wurden die Unternehmen in zwei Gruppen eingeteilt: 30 Großunternehmen/Konzerne (min. 500 Mio. Euro Umsatz p.a.) und 30 mittelständische Unternehmen (max. 500 Mio. Euro Umsatz p.a.). Untersucht wurden die Kanäle Facebook, Twitter, Youtube, Xing.de, LinkedIn.com und Blogs insbesondere auf deren Aktivität. Mit Ausnahme von LinkedIn wurden ausschließlich deutschsprachige Social-Media-Kanäle berücksichtigt. Als inaktiv gelten Social-Media-Auftritte nach eigener Definition, wenn vom Unternehmen über einen Zeitraum von acht Wochen keine Inhalte erstellt wurden.

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